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| Schelsky-Affäre: |
Forchheimer Oberbürgermeister im Visier der Justiz |
| Forchheimer Oberbürgermeister im Visier der Justiz |
Wegen der umstrittenen Sportförderung des früheren Chefs der Arbeitnehmerorganisation AUB, Wilhelm Schelsky, ist nun auch der Forchheimer Oberbürgermeister Franz Stumpf (CSU) ins Visier der Justiz geraten. Gemeinsam mit einem ehemaligen Abteilungsleiter und einem Sportmanager des VfB Forchheim sei Stumpf in seiner Funktion als Vereinsvorsitzender wegen Betrugs und Steuerhinterziehung angeklagt, teilte die Staatsanwaltschaft Nürnberg am Montag mit. Stumpf hält sich für unschuldig.
Schelsky, der in dem aktuellen Fall selbst nicht angeklagt ist, war im November 2008 wegen der Veruntreuung von Millionenzahlungen des Elektrokonzerns Siemens zu viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er ist inzwischen wieder frei. Während des mehrmonatigen Prozesses vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth hatte sich herausgestellt, dass Schelsky mit den Siemens-Geldern nicht nur eine Gegenorganisation zur unternehmenskritischen IG Metall aufgebaut, sondern damit auch Sportler gefördert hatte.
So hatte der frühere AUB-Chef nach Feststellungen des Gerichts unter anderem die erste Handball-Damenmannschaft des VfB in seinem Heimatort Forchheim finanziell unterstützt. Unter anderem habe er Spielern und Trainern bis zum Jahr 2006 Gehälter gezahlt.
Für die Zahlungen seien jedoch weder Lohnsteuer noch Sozialversicherungsbeiträge abgeführt worden, teilte die Anklagebehörde nun mit. Die eigens für die Sponsor-Aktivitäten gegründete Marketinggesellschaft habe die Zahlungen vor den Sozialversicherungen mit falschen Angaben verschleiert. Damit hätten sich die darüber informierten Verantwortlichen des Vereins auch noch des Betrugs schuldig gemacht.
Oberbürgermeister Stumpf bestritt am Montag die Vorwürfe. «Die Staatsanwaltschaft unterstellt uns eine Mitwisserschaft, die wir nicht hatten», betonte das Stadt- und Vereinsoberhaupt. Alle hätten gewusst, dass Schelsky auch bei seinem Sportsponsoring sehr eigenmächtig gehandelt habe. «Mir gegenüber hat er immer wieder erklärt, die von ihm bezahlten Spieler seien bei ihm beschäftigt und würden allein dafür bezahlt. Mit dem Verein haben die Gehaltszahlungen nichts zu tun gehabt», sagte Stumpf.
Ungeachtet dessen ist der Verein mit sechsstelligen Forderungen von Renten- und Sozialversicherungsträgern konfrontiert. Die Versicherungen verlangten Nachzahlungen zwischen 400 000 und 500 000 Euro, berichtete Stumpf. Der VfB habe inzwischen Widerspruch gegen die Forderungen eingelegt. Inzwischen sei auch eine erste Klage beim Sozialgericht eingereicht worden. In dem Verfahren wolle der Verein deutlich machen, dass er selbst nichts mit den an die VfB-Handballer gezahlten Gehältern zu tun habe, sagte der Vereinschef.
dpa |
| 13.7.2009 13:15 MEZ |
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