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| Post vom Bundespräsidialamt |
Köhler geht auf Arno Hamburger zu |
| Köhler geht auf Arno Hamburger zu |
NÜRNBERG - Nun ist der Brief da: Arno Hamburger hat gestern Post aus Berlin bekommen. Zwei Seiten hat ihm der Chef des Bundespräsidialamts geschrieben, mit Bedacht gewählte Worte. Damit ist der Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde «sehr zufrieden», wie er im Gespräch mit der NZ sagt: «Ich bin sehr froh über den Brief.»
Wie berichtet, hat Hamburger aus Protest gegen die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Felicia Langer, eine umstrittene israel-kritische Anwältin, seine Auszeichnungen – er ist Träger des Verdienstkreuzes am Bande und des Verdienstkreuzes 1. Klasse – an den Bundespräsidenten zurückgeschickt. Zuvor hatte Hamburger in einem Brief an Horst Köhler seine Bedenken gegen eine Ehrung Langers zum Ausdruck gebracht. Nachdem er mehr als vier Wochen auf eine Reaktion gewartet hatte, schickte er seine Orden nach Berlin zurück.
«(...) Ich verstehe Ihre Haltung. Dennoch will ich versuchen, Ihren Zorn zu besänftigen», schreibt Staatssekretär Gert Haller in dem Brief an Hamburger, der der NZ vorliegt und aus dem wir auszugsweise zitieren. «Das beginnt mit der Erklärung dafür, dass Sie so lange auf eine substantielle Antwort warten mussten. Die massive Kritik an der Auszeichnung von Frau Langer hat hier sofort zu einer umfassenden Überprüfung der Ordensangelegenheit geführt. Wir sind allen Vorwürfen nachgegangen und haben die Sach- und Rechtslage akribisch geprüft. Das kostet Zeit.»
Und weiter schreibt Haller: «Die von Ihnen kritisierte Auszeichnung hat die Gefühle von Menschen verletzt, an deren Sehnsucht nach Frieden und Gerechtigkeit es keinen Zweifel geben kann. Das ist unendlich bedauerlich. Es war von keiner der an dem Ordensverfahren beteiligten Stellen des Bundes und des Landes gewollt. (...) Alle sind vielmehr zutiefst bekümmert und wünschten, die Verwerfungen ließen sich ungeschehen machen. Dafür fehlt jedoch die Grundlage (...).» Kurz: Felicia Langer das Verdienstkreuz – auch der Zentralrat der Juden in Deutschland und das American Jewish Committee hatten ihre Bestürzung über die Verleihung geäußert – wieder abzunehmen, ist nicht möglich. Laut Gesetz könnte der Bundespräsident einem Ordensträger die Auszeichnung nur aberkennen, wenn dieser zu einer Haftstrafe von mehr als einem Jahr verurteilt wird.
Weil diese Entscheidung also nicht rückgängig zu machen ist, bittet Haller, doch den Blick nach vorne zu richten: «Die Solidarität Deutschlands mit Israel und dem jüdischen Volk ist unwandelbar, und der Bundespräsident steht für diese Solidarität. (...) Er ist unseren jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern von Herzen zugewandt, und er wird weiterhin mit aller Kraft dafür eintreten, das gute Verhältnis zwischen Deutschland und Israel zu vertiefen. Das alles verbindet uns. Darum wünsche ich mir, dass Sie meine Worte wohlwollend aufnehmen, und sehe unserem Telefonat in der kommenden Woche mit Respekt vor Ihrer Entscheidung und zugleich voller Hoffnung entgegen.»
Es wird also noch ein Gespräch geben. «Ich werde mich für diesen langen Brief bedanken. Sehr viel mehr kann man gar nicht verlangen.» Doch auch wenn Hamburger versöhnliche Töne anschlägt, bei seiner Entscheidung wird er bleiben. «Daran hat sich nichts geändert. Ich möchte nicht in einer Reihe mit Frau Langer stehen.»
Gabi Seitz |
| 8.9.2009 |
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NÜRNBERGER ZEITUNG |
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