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26.10.2009
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Die achte Niederlage in Serie – 4:5 gegen Krefeld

Ice Tigers: Torwartfehler zerstörte furiose Aufholjagd

 Ice Tigers: Torwartfehler zerstörte furiose Aufholjagd
Foto: Icks
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NÜRNBERG - Die Eishockeyspieler der Thomas Sabo Ice Tigers reizen ihr Unglück aus. Beim 4:5 (1:2, 0:2, 3:1) gegen die Krefeld Pinguine kassierten die Nürnberger die achte DEL-Niederlage in Folge.

Sie waren tot. Mausetot. 1:4 lagen die Ice Tigers nach zwei Dritteln gegen effektive Krefelder zurück, gefühlt war der Rückstand aber noch weit höher. Krefeld hatte nach Belieben dominiert, die Ice Tigers hatten nach vielen unglücklichen Niederlagen dagegen erstmals auch kämpferisch alles vermissen lassen. Erste zarte Pfiffe des bislang so geduldigen Anhangs begleiteten die Nürnberger folgerichtig in die zweite Drittelpause.

Eric Chouinard hatte die Pfiffe gehört. Und Chouinard verarbeitete sie auf seine Weise. Im ersten Angriff des Schlussabschnitts wurde er im letzten Moment von der Scheibe getrennt, zwei Minuten später hatte er nach präzisem Zuspiel von Dan Spang das 2:4 erzielt. Chouinard jubelte kaum, sondern puschte seine Mitspieler. Brad Leeb passte genau auf und traf 27 Sekunden später aus spitzem Winkel zum 3:4.

Die Arena bebte, die Lebensgeister der Ice Tigers waren wieder geweckt, doch Chouinards Mission noch nicht beendet. Also kehrte der Stürmer aufs Eis zurück, führte ein Bully aus und jagte die Scheibe zum 4:4 in die Maschen, nachdem der Puck von einem Krefelder Schlittschuh wie ferngelenkt zu ihm zurückgeprallt war. Chouinard beschwor die Wende, die Nürnberger spielten und kämpften nun, als stünden sie in Spiel fünf des Play-off-Finales.

Das Unglück ließ sich damit aber nicht vertreiben. Auch im Eishockey werden Spiele häufig durch individuelle Fehler entschieden. Einen kapitalen leistete sich Torwart Adam Svoboda, als er bei freier Sicht Richard Pavlikovskys Weitschuss passieren ließ. Die Krefelder, die zuvor Mühe hatten, ihre Gedanken wieder sortiert zu bekommen, erhielten eine Ahnung davon, dass ihnen an diesem Sonntagabend nicht viel zustoßen kann. Bereits beim ersten Treffer des slowakischen Top-Verteidigers zum zwischenzeitlichen 2:1 für Krefeld hatte Svoboda sehr schlecht ausgesehen, als er den Schuss unter seiner Fanghand hindurchrutschen ließ.

Der Tscheche wirkte derart verunsichert, dass es durchaus verwunden musste, dass Trainer Andreas Brockmann seinen Schlussmann nicht vom Eis nahm. «Ich dachte, er würde sich wieder fangen», meinte Brockmann hinterher. Es wäre allerdings zu einfach, die Schuld für die neuerliche Niederlage allein Svoboda in die Schuhe zu schieben. Wie die Ice Tigers in den ersten beiden Dritteln auftraten, spottete jeder Beschreibung. Krefeld, beileibe keine Übermannschaft, war Nürnberg technisch wie läuferisch haushoch überlegen und wirkte selbst ab und an überrascht darüber, wie leicht sich die völlig überforderte Tigers-Defensive aushebeln ließ. «Ich erwarte 60 Minuten Herz, Engagement und Willen. Wir haben das nur 15 Minuten im letzten Drittel gezeigt und deshalb zurecht verloren», gestand Brockmann ein.

Der Coach, der sich gerne schützend vor seine Mannschaft stellt, ging mit einigen seiner Leistungsträger hart ins Gericht. «Wir haben derzeit nur wenige Spieler, die Verantwortung übernehmen. Die meisten schieben sie weg. Das ist auch eine Charaktersache.» Warum er allerdings Svoboda als Torwart nominierte, obwohl dieser «in einem absoluten Tief» (Brockmann) steckt, erscheint rätselhaft. In der Kabine, sagt Brockmann noch, fielen auch zwischen den Spielern klare Worte. Ob sie fruchten, wird sich am Donnerstag zeigen, wenn die Ice Tigers Straubing empfangen.

Nürnberg: Svoboda – Leask, Spang; Ancicka, Nasreddine; Ondruschka, Albers – Savage, Chouinard, Fical; B. Leeb, G. Leeb, Barta; Grygiel, Mosienko, Sevo; Fischhaber, Mayr, Martens / Krefeld: Langkow – Grönvall, Pavlikovsky; Akdag, Fahey; Cespiva, Rourke – Vasiljevs, Stephens, Blank; Hager, Pietta, Endraß; Verwey, Lyons, Globke; Hübscher, Driendl, Rayer; Riefers / SR: Hascher (Miesbach) / Zuschauer: 3235 / Strafminuten: Nürnberg 16 (Leask, Martens je 4, Fical, Sevo, Barta, B. Leeb je 2) – Krefeld 16 plus 10 Disziplinar (Blank) / Tore: 0:1 (1:06) Endraß, 1:1 (6:41) B. Leeb (G. Leeb/Albers, 5-4), 1:2 (13:18) Pavlikovsky (5-4), 1:3 (32:20) Vasiljevs (5-3), 1:4 (32:32) Blank (5-3), 2:4 (42:56) Chouinard (Spang), 3:4 (43:23) B. Leeb (G. Leeb/Barta, 5-4), 4:4 (44:48) Chouinard (5-4), 4:5 (52:09) Pavlikovsky (4-5).

Peacock droht eine längere Sperre

Die Thomas Sabo Ice Tigers müssen wohl für einige Spiele auf ihren Kapitän Shane Peacock verzichten. Der 36-jährige Verteidiger erhielt – wie berichtet – im Auswärtsspiel am Freitag in Ingolstadt (1:5) zunächst für ein Stockfoul eine Spieldauerdisziplinarstrafe, beschimpfte dann aber anschließend auch noch die Schiedsrichter auf übelste Weise, was eine Matchstrafe nach sich zog. Wäre es bei der Spieldauer geblieben, hätte Peacock nur beim gestrigen Heimspiel gegen Krefeld zuschauen müssen. So aber wird die Ligenleitung nicht umhinkommen, den Tigers-Profi für weitere Spiele zu sperren.

EHC: Auftaktpleite folgte 13:2-Kantersieg

Das war nicht der Auftakt, den sich der EHC 80 Nürnberg vorgestellt hatte. Im ersten Landesliga-Spiel verloren die Mikulenka-Schützlinge vor 233 Zuschauern auf eigenem Eis gegen den ESC Haßfurt mit 4:5 (1:2, 1:3, 2:0). Ganz offensichtlich hatten sich die Gastgeber diese Aufgabe leichter vorgestellt. Die EHC-Treffer erzielten Martin Wiener (2), Neuzugang Jozef Malicek und Sebastian Berg. Gestern Abend machten es die «Achtziger» besser und gewannen beim EC Amberg 2000 mit 13:2 (6:0, 5:1, 2:1). Malicek und Darnell Pruett trafen je dreimal. Die restlichen Tore teilten sich Berg, Wiener, Björn Reiser, Anton Marsall, Markus Babinsky, Michael Hahn und Sergej Hatkevitch.

Siegmund Dunker und Horst Dittmann
26.10.2009
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