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KASSEL - Ein Treffer hat den Thomas Sabo Ice Tigers gereicht, um den zweiten DEL-Sieg in Folge zu feiern. Das verdiente 1:0 (0:0, 0:0, 1:0) bei den Kassel Huskies war Produkt einer formidablen Defensivleistung.
Noch vor zwei Jahren trennte die Huskies und die Ice Tigers eine kleine Eishockey-Welt. Kassel mühte sich unter der bleischweren Last eines turmhohen Aufstiegsfavoriten gegen Zweitliga-Gegner ab, die sich ihre beste Saisonleistung allesamt für das Aufeinandertreffen mit den Huskies vornahmen. Nürnberg hingegen verzauberte die DEL mit spektakulärem Offensivgeist und einem Torjäger namens Ahren Spylo, der so oft traf, als wolle er Marek Mintal in punkto Bekanntheitsgrad in Nürnberg bald den Rang ablaufen.
Die Strapazen der Huskies endeten mit dem Aufstieg, die Ice Tigers negierten ihren Vorrundenerfolg mit einem frühen Play-off-Aus. Von hier an näherten sich beide Klubs an, heute plagen sie dieselben Probleme. Zahlungskräftige Sponsoren lassen sich nicht (Kassel) oder nicht mehr (Nürnberg) so leicht von einem Engagement überzeugen, mit einem nicht eben gerade üppigen Spieleretat lässt sich kein Ensemble aus Filigrantechnikern zusammenstellen, und bei der Definierung des Saisonziels erweist sich der ekelhafte Begriff «Pre-Play-offs» als dienlich.
Die Erwartungen bislang übertroffen
In Kassel kann man damit gut leben, zumal die Mannschaft mit Rang acht gegenwärtig die Erwartungen übertrifft. Mit unbändigem Willen und schnellem, schnörkellosem Spiel schwangen sich die Huskies nebenbei zur zweitbesten Heimmannschaft auf, weshalb die Ice Tigers die Reise nach Nordhessen mit gesteigertem Respekt antraten.
Dass da der Vorletzte in Kassel gastierte, war im ersten Drittel jedoch nicht zu spüren. Nürnberg diktierte vom ersten Bully weg das Geschehen, ohne sich jedoch die ganz zwingenden Chancen zu erspielen. Eric Chouinard zielte zweimal zu hoch (6., 10.), während Verteidiger Dan Spang in aussichtsreicher Position einigermaßen kläglich abschloss (15.). Defensiv allerdings erfüllten die Ice Tigers die neuen Vorgaben ihres Trainers Andreas Brockmann exzellent. Erst im Mitteldrittel durfte Tigers-Torwart Patrick Ehelechner am Spiel teilnehmen, wurde von Sebastien Bisaillon und Ryan Kraft (22.), der schon zum Jubel ansetzte, aber adhoc zu Glanztaten gezwungen. Das Niveau blieb mäßig, was egal gewesen wäre, wäre Paul Albers am langen Pfosten mit dem Schläger und nicht mit dem Schlittschuh an die Scheibe gekommen. So trudelte der Puck Zentimeter am von Adam Hauser gehüteten Huskies-Gehäuse vorbei (35.).
Als die Zuschauer erstmals ihre Gedanken um die Frage kreisen ließen, wann sie zuletzt ein torloses Spiel nach 60 Minuten erlebten, schlugen die Ice Tigers zu. Björn Barta war gerade von der Strafbank zurückgekehrt, als Nürnberg einen Konter fuhr. Nach Zuspiel von Morten Ask scheiterte Brad Leeb noch am Schoner Hausers, Barta hatte jedoch keine Mühe, den Abpraller im Netz unterzubringen. Wer nun mit einer Schlussoffensive der Huskies rechnete, sah sich getäuscht. Erstaunlich abgeklärt spielten die Ice Tigers die Partie zu Ende und erlaubten es Kassel so nicht einmal, den Torhüter für einen zusätzlichen Feldspieler vom Eis zu nehmen.
Am Sonntag (14.30 Uhr) wird die neue Defensivstärke der Ice Tigers noch mehr gefragt sein, wenn die Eisbären Berlin in der Arena gastieren.
Kassel: Hauser – Schmidt, Coté; Card, Danner; Bisaillon, Dinger; Auger – Klinge, Damon, Soares; Sleigher, Leavitt, Kraft; Tallaire, Boisvert, Heinrich; Schlager, Carciola, Holzmann / Nürnberg: Ehelechner – Ancicka, Nasreddine; Leask, Spang; Albers, Ondruschka – B.Leeb, G.Leeb, Barta; Mosienko, Chouinard, Fical; Grygiel, Ask, Fischhaber; Sevo, Mayr, Martens / SR: Jablukov (Berlin) / Zuschauer: 3839 / Strafminuten: Kassel 12 plus 10 Disziplinar (Dinger) – Nürnberg 6 (Ondruschka, Nasreddine, Barta je 2) / Tor: 0:1 (44:39) Barta (B.Leeb/Ask).
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