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Der Polizei-Einsatz am 1. Mai gegen gewaltbereite Autonome hat jetzt ein internes Nachspiel: Das Polizeipräsidium hat gestern Untersuchungen gegen einen Beamten eingeleitet, der gegen wehrlose Demonstranten vorgegangen sein soll. Ob sich die Vorwürfe bestätigen, ist derzeit noch offen.
Medienvertreter hatten dem Polizeipräsidium in den letzten Tagen einen Videofilm und Fotos vorgelegt, die den fraglichen Beamten im Einsatz an der Hintermayrstraße zeigen. Auf der Filmsequenz ist zu sehen, wie der Polizist einen Menschen zu Boden bringt; in den folgenden 15 Sekunden schlägt der Beamte mit seinem Schlagstock drei Mal in Richtung des liegenden Demonstranten. Ob er den Mann trifft, ist auf dem Film allerdings nicht zu erkennen. Anschließend dreht sich der Polizist um und schlägt offenbar auf den Rücken eines weiteren Demonstranten, der bereits festgenommen und wehrlos ist.
In der gleichen Szene soll der selbe Polizist einen Pressefotografen mit Reizgas besprüht haben. Der aus Nürnberg stammende Fotograf hielt den Moment fest. Nach seiner Darstellung musste er sich im Anschluss die Augen auswaschen, um wieder sehen zu können.
Das Polizeipräsidium will diese Vorgänge nun intern untersuchen, bestätigte gestern Gerhard Schlögl, der Chef der Nürnberger Polizei. Die Untersuchung bedeute aber keinesfalls eine Vorverurteilung, so Schlögl. Zunächst gelte es herauszufinden, welcher Einheit der Beamte angehört. Denn an der Hintermayrstraße waren Kräfte aus mehreren Bundesländern, darunter auch der Bundespolizei, zusammengezogen worden.
Gegen einen USK-Beamten der Nürnberger Bereitschaftspolizei läuft inzwischen ein Ermittlungsverfahren. Er soll am 1. Mai eine Demonstrantin mit der Faust geschlagen haben, weil sie nicht zurückweichen wollte. Diesen Eindruck vermitteln die Videobilder der Polizei von der Anti-Neonazi-Demo der Autonomen.
Am 1. Mai hatten Hunderte Autonome an der Hintermayrstraße versucht, die Polizeiabsperrung zu stürmen. Die Polizei drängte die Demonstranten zurück und eroberte anschließend einen Lautsprecherwagen, von dem aus die Demonstranten aufgehetzt worden waren.
Insgesamt gingen die Einsatzkräfte dabei sehr maßvoll vor. Die genannten möglichen Übergriffe der beiden Beamten waren nach bisherigem Kenntnisstand Einzelfälle. tig
22.5.2008
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