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| Neuer Trainer für Nürnbergs Basketballer |
Runderneuerung für den Dauerpatienten |
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NÜRNBERG - Die Falken sind tot, es leben die Hexer: Mit einem runderneuerten Programm soll der freie Fall des Nürnberger Profi-Basketballs aufgehalten werden. An der Spitze darf sich mit Alexander Krüger auch ein neuer Cheftrainer versuchen.
Das ist die auffallendste Änderung, löst der bisherige Nachwuchstrainer Krüger doch das Nürnberger Urgestein Stephan Harlander ab, der jahrzehntelang als Spieler und Trainer den Basketball erst in der Noris etabliert hatte. Nach dem vor allem wegen fehlender finanzieller Voraussetzungen missglückten Abenteuer Bundesliga und dem folgenden Abstieg in die drittklassige Pro B hatte Harlander bei den Verantwortlichen aber wohl entscheidenden Kredit verspielt.
«Ich habe diese Entscheidung zu akzeptieren«, gab sich Harlander gegenüber seinem in Bamberg sitzenden Arbeitgeber «Franken 1st« betont gefasst, sagte aber: «Ich hätte gerne weitergemacht, weil ich mit Leib und Seele Nürnberger bin.« Noch kürzlich hatte Wolfgang Heyder, in Personalunion Nürnbergs Geschäftsführer und Bambergs Manager, für eine Zusammenarbeit von Harlander und Krüger votiert. «Aber die beiden können nicht miteinander. Das wäre über einen Burgfrieden nicht hinausgegangen«, erklärte Heyder.
Noch vor zwölf Monaten wurde Harlander von seinem ehemaligen Trainer Heyder als «wichtige Integrationsfigur für Nürnberg« betitelt, nun wurde vorgehalten, dass er «wenig mit jungen Spielern in seiner Vita« gearbeitet habe. Laut Heyder soll der geschasste Übungsleiter als Co-Trainer in Bamberg weiterbeschäftigt werden, sollte der potenzielle Nachfolger von Dirk Bauermann damit einverstanden sein. Es gilt, einen Streit vor Gericht zu vermeiden: Harlanders Vertrag als Profi-Trainer läuft noch ein Jahr.
Aus Falken werden Hexer
Einher mit der vom Aufsichtsrat beschlossenen Neubesetzung auf dem Trainerstuhl geht auch die zweite Neuerung, die so manchen eingefleischten Basketball-Fan in Nürnberg vor den Kopf stoßen dürfte. Mit Krüger wird auch der neue Name der Franken Hexer installiert, mit dem die Nürnberger Mannschaft ab dem 3. Oktober in der drittklassigen Pro B einen neuen Anfang machen will. «Ich gehe selbstbewusst an die Aufgabe heran, den freien Fall zu stoppen. Das muss und wird uns gelingen«, meinte der neue Hexer-Chefcoach Krüger. Die Falken, wie der Klub in Anlehnung an den Stammverein DJK Falke jahrelang in verschiedenen Abweichungen hieß, gibt es nicht mehr.
«Das ist Vergangenheit, Falke ist Nostalgie«, setzt Hexer-Vorsitzender Herbert Geishöfer ganz auf das neue Pferd. Selbst Thomas Rißmann, als Kapitän der Aufstiegsmannschaft und Organisationsleiter nach dem Ende seiner aktiven Zeit eng mit den Werten der Falken verbunden, wollte der Umbenennung positive Aspekte abringen: «Der Zauber des Aufstiegs war ja gründlich verflogen. Mit dem neuen Namen fällt uns der Neustart vielleicht leichter.«
Von der gewünschten Aufbruchstimmung ist der Basketball in der Franken-Metropole tatsächlich aber noch weit entfernt. So weit wie Krüger von einer konkurrenzfähigen Mannschaft. «Erste Gespräche wurden geführt«, hielt sich der ehemalige Zweitligaakteur in Personalfragen bedeckt. Es gebe bislang nur eine Liste mit 28 Spielern, die das Gerüst des Pro-B-Teams und der zweiten Mannschaft in der Regionalliga bilden sollen. Routinier Michael Lake wird gehen müssen, Spielmacher Sajmen Hauer sich nach seiner Achillessehnen-Operation erst einmal auskurieren.
Klar ist, dass der im vergangenen Jahr mit der Kooperation unter dem Dach von «Franken 1st« eingeschlagene Weg fortgesetzt werden soll. Krüger will das Potenzial der Bertolt-Brecht-Schule als "Partnerschule des Leistungssports" besser zum Tragen bringen. Aus ganz Deutschland soll der gleichzeitig als bayerischer Landestrainer und Coach der «U16«-Nationalmannschaft fungierende Krüger künftig Talente anwerben.
Der Nachwuchs bekommt eine zweite Chance, und wieder sollen so wenig ausländische Korbjäger wie möglich verpflichtet werden. zwei dürfen es in der Pro B maximal sein. Ein Kurs, für den die Falken in der abgelaufenen Saison die Quittung bekamen. «Wir haben die Pro A falsch eingeschätzt«, blickte Heyder etwas selbstkritisch zurück: «Es war keine Ausbildungsliga, sondern eine Liga mit vielen Amerikanern und Söldnern.«
Florian Pöhlmann |
| 31.5.2008 |
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NÜRNBERGER ZEITUNG |
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