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05.06.2008
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Bürger wehren sich gegen Neonazis

Widerstand in Weißenohe

 Widerstand in Weißenohe
WEISSENOHE - Dem so genannten «Nationalen Frankentag, den Rechtsradikale am Wochenende in Weißenohe (Kreis Forchheim) planen, wollen die Bürger mit zahlreichen Gegenaktionen begegnen.

Gut 250 Menschen nahmen am Montag an einer Bürgerversammlung teil, so zweiter Bürgermeister Raimund Schwarz: «Es war unglaublich, wie viele Freiwillige sich innerhalb weniger Minuten für verschiedene Gegenaktionen meldeten. Stündlich kommen neue Vorschläge. Hier haben wir alles auf unserer Seite.« Schwarz erwartet mindestens 1000 Gegendemonstranten am Wochenende.

«Die Stimmung war kämpferisch. Viele werden am Wochenende Flagge zeigen«, ist auch Michael Helmbrecht vom Bürgerforum Gräfenberg überzeugt. «Wir werden alles tun, um den Nazis alles so unangenehm wie möglich zu machen.« Für ihn sein die Aktion der Neonazis eine bewusste Provokation, denn zwei Sprecher des Bürgerforums wohnen direkt neben dem Gelände des Weißenoher Klosters, wo der sogenannte Frankentag stattfinden soll.

Unterdessen bleibt die Frage offen, was die Firma Brentana Wohnbau KG bewegt hat, das Klostergelände (das nichts mit der bekannten Brauerei zu tun hat) an die Neonazis zu vermieten. Die Immobilienfirma mit Sitz in Zirndorf (Kreis Fürth) ist nicht erreichbar. Michael Helmbrecht vom Gräfenberger Bürgerforum gelang es dagegen, mit der Vorstandsvorsitzenden der Firma zu sprechen. Diese betonte laut Helmbrecht, dass sie nicht gewusst habe, wer sich hinter dem Mieter, dem Bund Frankenland e.V., verbirgt.

Bei Kündigung des Mietvertrags müsste die Firma 5000 Euro Konventionalstrafe zahlen. Die Firmenvertreterin wolle sich, so Helmbrecht, noch mit den anderen Vorstandsmitgliedern beraten. Sie könne aber eine so hohe Strafe gegenüber den Aktionären nicht vertreten. Helmbrecht habe der Vorstandsvorsitzenden zur Güterabwägung geraten: «Wir haben einen Rechtsanwalt eingeschaltet. Wenn am Wochenende etwas passiert, bekommt die Firma richtig Ärger. Wir werden sie verklagen.«

Für ihn bleibt nach wie vor eine Frage offen: «Warum hat eine Firma es nötig, ein Gelände über das ganze Wochenende für nur 300 Euro zu vermieten?« - «5000 Euro Kaution bei nur 300 Euro Miete: Wo bleibt da das Verhältnis?«

Ob das Immobilienunternehmen rechtsextremes Gedankengut pflegt, kann Jürgen Blacher von der Schutzgemeinschaft für geschädigte Kapitalanleger (SGK) nicht sagen: «Solche Erkenntnisse haben wir nicht.« An den Prinzipien der Firma zweifelt er dennoch: Blacher weiß, dass die Firma «mit Klagen überhäuft wird. Sie ist bei uns auf der Liste«. Viele Anleger seien sehr unzufrieden mit der Fondsbeteiligung, erläutert Blacher der NZ. Brentana habe in ihren Prospekten Immobilien, die hoch bewertet werden, doch im Falle einer Verwertung nur ein Bruchteil des angegebenen Werte kosten. Hinter dem Unternehmen steht laut Blacher Georg Bitterwolf.Ella Schindler

Ella Schindler
5.6.2008
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