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| In Erlangen steht ein «EM-Haus» |
Echte Deutschland-Fans |
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ERLANGEN - Wer von sich behauptet, ein wahrer Deutschland-Fan zu sein, sollte durch die Äußere Brucker Straße in Erlangen fahren und noch einmal darüber nachdenken. Denn was die benachbarten Familien Weller und Büllau-Schlicke mit ihrem Zuhause angestellt haben, ist kaum zu überbieten: Pünktlich zur Fußball-Europameisterschaft haben die Herren, Marco Weller und Ralf Büllau-Schlicke, das Haus mit rund 50 Deutschlandfahnen geschmückt, mit kleinen, mittleren und großen.
Im obersten Fenster des Gebäudes sitzt sogar eine im Deutschland-Look gekleidete Puppe - mit entsprechender Perücke natürlich. «Zweieinhalb Stunden hat das Schmücken schon gedauert», sagt Marco Weller. «Am schwierigsten war es auf dem Schrägdach.» Bloß nicht runterfallen, hieß es da. Doch die Mühe hat sich gelohnt, denn das Haus kommt gut an bei den Erlangern. «Viele Autofahrer hupen, winken oder jubeln, wenn sie vorbeifahren», sagt Helena Weller. «Einige halten auch an und fotografieren das Haus.»
Bisher waren jedenfalls alle begeistert, nun ja, fast alle: «Die Fans anderer Nationen finden es natürlich nicht so schön», so Regina Büllau-Schlicke.
Ganz ungewohnt ist der Anblick für regelmäßige Passanten ohnehin nicht: Schon zur Weltmeisterschaft 2006 dekorierten die befreundeten Familien ihr über 100 Jahre altes Haus ganz in Schwarz-Rot-Gold. «Damals ist ein ganzer Reisebus vorgefahren», erinnert sich Ralf Büllau-Schlicke, «und alle sind ausgestiegen und haben Bilder gemacht, auch ausländische Fans.» Diesmal hängen noch mehr Flaggen an der Hauswand als vor zwei Jahren, dafür fehlen die Luftballons in Deutschlandfarben. Sie sind in Erlangen ausverkauft.
Wie die Nachbarn überhaupt darauf gekommen sind, überall Fahnen anzubringen? «Einfach so», sagt Marco Weller. «Wir sind eben echte Deutschland-Fans.» Und gastfreundliche noch dazu: Bereits bei der WM und auch jetzt zur EM ist ihr Garten in der Äußeren Brucker Straße ein wahrer Fußball-Treffpunkt. Rund 40 Leute - Freunde, Bekannte und Verwandte - treffen sich jedes Mal dort, um gemeinsam die Deutschland-Spiele anzuschauen. «Klar, dass wir da auf den Titel hoffen», sagt Marco Weller. Und wenn es doch nicht ganz so gut laufen sollte? «Dann schmücken wir das Haus beim nächsten Mal trotzdem wieder.»
Wolfgang Kerler |
| 13.6.2008 |
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NÜRNBERGER ZEITUNG |
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