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NÜRNBERG - Die Zeit der Alpträume ist für Apollinaire Bangayimbaga vorbei. Der Rektor der Universität Ngozi im Norden des zentralafrikanischen Landes Burundi hat wieder Träume. Der jahrelange blutige Bürgerkrieg zwischen Hutu und Tutsi, der den Pfarrer in die Flucht nach Spanien getrieben hatte, ist vorbei. «Die Friedensbemühungen machen jeden Tag kleine, aber sichtbare Fortschritte«, sagt er. Nun sei auch endlich die letzte Rebellengruppe, die noch bis vor kurzem im Nachbarland Tansania war, zum Friedensschluss bereit gewesen und habe sich in eine politische Partei umformiert. Den ersten Friedensvertrag gab es zwar schon im Jahr 2000, aber dieser wies immer wieder brüchige Stellen auf.
Zentral für die Zukunft seines Landes ist für den Rektor die Bildung der Menschen. In dem dicht besiedelten Land sind noch immer über 85 Prozent von der Landwirtschaft abhängig, und die meisten versorgen sich und ihre Großfamilien selbst. Das Land gilt nach dem Welthungerindex als ärmstes der Welt. «Der niedrige Bildungsstand muss unbedingt steigen, und das am besten so schnell wie möglich«, sagt er, «denn nur so lassen sich künftige Konflikte vermeiden«. Dass es in seinem Land nie mehr blutige Konflikte gibt, ist einer der Träume des Uni-Rektors, der zurzeit auf Einladung der Diözese Eichstätt und von Pfarrer Bruno Fischer, Leiter der Klinikseelsorge im Nürnberger Klinikum Süd, zu Gast in Nürnberg ist.
Deshalb hat er auch vor zehn Jahren die private, interreligiöse Uni mitgegründet. Er hält es nicht nur für wichtig, dass Hutu und Tutsi, die sich bekriegt hatten – über 250000 Todesopfer waren die Folge – wieder friedlich nebeneinander im Hörsaal sitzen. «Vorausschauend ist es jetzt auch wichtig, dass Katholiken, Protestanten und Muslime miteinander studieren,« erklärt der katholische Priester, der keinen seiner 1400 Studenten bei der Registrierung nach der Religion gefragt hat. Nicht nur Burundier sind eingeschrieben, sondern auch junge Leute aus den Nachbarländern Ruanda, Kongo und Tansania. Auch manche Professoren kommen aus den Nachbarländern, da Experten für manche Fächer sehr schwer zu finden sind. Neben den Fakultäten Jura, Wirtschaft, Informatik und Krankenpflege gibt es auch eine Medizinische Fakultät, die chronisch unterfinanziert, aber für das Land enorm wichtig ist.
Diese liegt Apollinaire Bangayimbaga besonders am Herzen, sie ist die teuerste und sein größtes Sorgenkind. Für sie hegt er seine größten Träume: dass es ihm gelingt, auch für sie Partner und Einzelpersonen im Ausland zu finden, die sie unterstützen. Während die Uni Madrid die Informatik und die Uni Verona die Krankenpflege unterstützen, sieht es bei der Medizinfakultät mau aus. Deshalb würde sich der Uni-Rektor sehr freuen, wenn sich Mediziner aus Franken, gerne auch emeritierte Professoren, bereiterklären würden, im Urlaub oder im Ruhestand eine Zeitlang in Burundi ehrenamtlich (möglichst auf Französisch) zu unterrichten oder wenn sich eine Kooperation mit der Uni oder einer anderen Institution ergäbe. Besonders gesucht sind Histologen, Hämatologen und Pharmakologen. Auch Geldspenden für die Uni sind eine große Hilfe.
Interessenten können sich wenden an Gerhard Rott, Diözese Eichstätt, 08421/50678, E-mail: rott@bistum-eichstaett.de; Spendenkonto: Liga Bank, BLZ 75090300, Kontonummer: 107614950, Kennwort: Ngozi
Stephanie Rupp |