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| Über 500 Menschen protestierten gegen Freilandversuch bei Kitzingen |
Politik soll Genmais verbieten |
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IPHOFEN - «Die Konzerne haben die Agro-Gentechnik nicht in die Welt gesetzt, um den Hunger zu bekämpfen, sondern um die Pflanzen schlechter und die Bauern abhängig zu machen von ihren Chemieprodukten!»
Mehr als 500 Menschen lauschten am Sonntagmittag gebannt den Worten von Antonio Andrioli, Professor für Agrarsoziologie an der Universität Linz/Österreich. Der gebürtige Brasilianer war Hauptreferent bei der Demonstration von Bund Naturschutz (BN) und weiteren Verbänden und Parteien gegen den großflächigen Freilandanbau von Genmais MON 810 des US-Herstellers Monsanto auf Feldern am Fuße des Schwanbergs. Aus mehreren Landkreisen waren dazu Bauern mit 60 Traktoren nach Iphofen gekommen.
Sie alle wollten mit der Veranstaltung den Druck auf die Politiker erhöhen, damit diese den Freilandversuch im Kreis Kitzingen im Besonderen und die Agro-Gentechnik im Allgemeinen gesetzlich verbieten. Sie sollten damit dem Beispiel anderer EU-Länder wie Österreich und Frankreich folgen, betonten Andrioli und sein Professoren-Kollege Hubert Weiger, Vorsitzender des BN.
Mit einem brasilianischen Sprichwort gelang es Andrioli, die Demonstranten aufzuheitern und anzuspornen zugleich: «Regierungen und Politiker funktionieren wie ein Bohnentopf: Sie wirken nur im Sinne der Mehrheit, wenn sie von unten angeheizt werden.»
Trotz «Superwahljahrs» waren die Demonstranten skeptisch, dass die Politiker den Willen der Bevölkerungsmehrheit schon erkannt oder sich gar an dessen Umsetzung gewagt hätten. Professor Andrioli machte nachdenklich: «Eine Minderheit von Wissenschaftlern hat sich mit ihren Behauptungen pro Gentechnik in der Welt durchgesetzt. Sie werden von einer riesigen Lobby gestützt, und die Politiker haben keine Ahnung davon – die Bundestagsdebatte dazu am Donnerstag war auf niedrigstem Niveau!»
Für Andrioli ist die Agro-Gentechnik eine schwierige Technik, die nicht mehr funktioniert. Weltweit würden immer mehr Unkräuter und Insekten dagegen resistent, selbst eine Spezies des Maiszünslers, den sie bekämpfen soll, sei bereits immun. Auch für die Kitzinger Landrätin Tamara Bischoff ist es deshalb höchste Zeit, dass Ministerpräsident Horst Seehofer und seine Nachfolgerin im Amt des Bundesagrarministers, Ilse Aigner, schnellstens die Aussaat verbieten. Rolf Syrigos |
| 30.3.2009 |
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NÜRNBERGER ZEITUNG |
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