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10.04.2009
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Das ehemalige Mobilfunk-Team von Lucent soll wieder wachsen

Nash hat langfristige Pläne für Nürnberg

 Nash hat langfristige Pläne für Nürnberg
Foto: Hofmann
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NÜRNBERG - Am Anfang herrschten große Ressentiments auf beiden Seiten – bei den 180 Mitarbeitern des Mobilfunk-Bereichs von Alcatel-Lucent in Nürnberg, aber auch bei ihrem potenziellen Arbeitgeber, Harvey Nash: Bei den Mitarbeitern ging die Angst um, dass die britische Harvey Nash – ein Unternehmen, das mit Arbeitnehmerüberlassung groß geworden ist – den Bereich nur kostengünstig für Alcatel-Lucent abwickeln soll. «Und auch wir haben erst einmal abgewunken«, räumt der Deutschland-Geschäftsführer von Nash, Udo Nadolski, freimütig ein.

20 neue Arbeitsplätze

seit Oktober geschaffen

Nun, einige Monate später, hat sich die Situation geändert: Nash hat den Mobilfunk-Bereich mit fast allen Mitarbeitern übernommen. Denen wurde der Wechsel zum neuen Arbeitgeber vom bisherigen kräftig versüßt. Für eineinhalb Jahre bekommen die Mitarbeiter einen Bonus, der das Gehalt praktisch verdoppelt. Und: Nash wickelt nicht ab, sondern baut den Standort nach Aussagen von Nadolski aus: Seit Oktober wurden rund 20 Arbeitsplätze geschaffen. Zusätzlich sind 50 Externe beschäftigt.

«Wir suchen Leute für den Technik- und Personalbereich«, denn zurzeit seien die Kapazitäten voll ausgelastet. «Für jedes Projekt, das wir neu bekommen, brauchen wir neues Personal.« Zielgröße für Nürnberg seien 250 Beschäftigte, die von etwa 100 Spezialisten in einem Test- und Entwicklungszentrum in Vietnam unterstützt werden sollen. Momentan ist die Auslastung noch durch Aufträge von Alcatel-Lucent gesichert. Inklusive der Folgeaufträge, mit denen Nadolski fest rechnet, sieht er die Arbeitsplätze über die nächsten Jahre gesichert – auch ohne großes Neugeschäft.

Doch genau das will der neue Chef generieren. Wenn auch erst auf den zweiten Blick habe man nämlich das Potenzial erkannt, das in der Mannschaft in Nürnberg schlummert: «Ein hochqualifiziertes Entwicklungsteam mit 170 Ingenieuren« in einem Marktsegment, in dem Ingenieursmangel herrsche. Alles Fachleute für sogenannte «embedded software«, also «für hardware-nahe Programmierung«, erläutert Nadolski. Dieses Know-how sei auch abseits des bisherigen Schwerpunkts Kommunikationstechnik heiß begehrt. Es werde praktisch überall gebraucht, so der Manager, der seit Monaten zwischen Düsseldorf und der Nash Technologies in Nürnberg pendelt. Als einfaches Beispiel nennt er die Steuerung von Auto-Schiebedächern.

Strategie sei daher, die Tätigkeitsfelder des Nürnberger Teams zunehmend auf andere Industriebereiche, vornehmlich die Automobil-, die Luftfahrt- und die Medizintechnik, auszuweiten. Doch auch das angestammte Geschäft der Telekommunikation werde nicht vernachlässigt. Als unabhängiger Entwickler will man das Know-how allen Interessenten zur Verfügung stellen. Potenzielle Kunden seien etwa Siemens und Nokia sowie asiatische Anbieter. Einen ersten Auftrag der schwedischen Firma Ericsson hat Nadolski schon eingefahren.

Besser vermarkten will der Nash-Chef auch das 25 Quadratkilometer große, hochmoderne Funknetz in Nürnberg, das von Alcatel-Lucent übernommen wurde. Bislang gibt es dafür noch keine externen Kunden. Nadolski will das ändern. «Bei uns lassen sich neue Anwendungen, wie zum Beispiel Kommunikationsfunktionen im Auto oder neue Handy-Familien, inklusive des Netzwerkes komplett simulieren. Das kann kein kommerzieller Anbieter.«

Noch sind es nur Pläne. Doch wenn Nadolski es schafft, einen Großteil davon umzusetzen, werden auch bei den Mitarbeitern die letzten Ressentiments schwinden.

Josef Hofmann
10.4.2009
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